Exakt genäht am langen Band

Luca Grazzini Interview mit Harald Glöckner, Geschäftsführer KGG-Brandschutzsysteme GmbH, Wallerstein

Lebensbedrohende Feuer gehören zu den Urängsten der Menschen. Bis in die Neuzeit haben Brände oft ganze Dörfer und Städte in Schutt und Asche gelegt. Kein Wunder, dass der Brandschutz heute eine wichtige Rolle spielt. Nicht nur für Neubauten, sondern auch für ältere Gebäude gibt es strenge gesetzliche Vorschriften um Katastrophen zu verhindern. Flucht- und Rettungswege müssen vorhanden und Bau- sowie Dekorationsstoffe dürfen nicht leicht entflammbar sein. Eine weit größere Gefahr bei Bränden geht weniger vom direkten Feuer als von der Rauchentwicklung aus: „Rund achtzig Prozent aller Brandopfer sind Rauchtote“, erklärt Harald Glöckner. Er ist einer von drei Geschäftsführern der KGG-Brandschutzsysteme GmbH. Das bayerische Unternehmen aus Wallerstein ist spezialisiert auf individuell maßgeschneiderte Brandschutzlösungen, die Schutz für Menschen, Sachwerte und Gebäude ermöglichen. Zu den Hauptprodukten zählen Rauch- und Feuerschutzabschlüsse aus Textilien. In den KGG-Produktionshallen entstehen großflächige Rauch- und Feuerschutzvorhänge, die bei Feuer die Rauchausbreitung begrenzen und Rauch gezielt abführen. Ein weiterer Effekt ist die Reduzierung von Wärmeeinleitung auf Gebäude und Bauteile. Die Summe dieser Maßnahmen ermöglicht Rettungskräften zu den Brandherden vorzudringen, diese zu bekämpfen und vom Feuer eingeschlossene Personen in Gebäuden gezielt zu retten.

KGG-Brandschutzsysteme GmbH ist spezialisiert auf individuell maßgeschneiderte Brandschutzlösungen.

Punktgenau gefördert

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – das gilt nicht nur für gute Geschäfte oder herausragende Erlebnisse, auch in der Produktion spielt diese Maxime eine wichtige Rolle. Gerade in der Fördertechik müssen Güter oft punktgenau transportiert werden, so wie dies eine Taktung vorgibt.

Die Rauch- und Feuerschutzabschlüsse von KGG bestehen aus speziellen Textilien, die in der eigenen Produktion passgenau vernäht werden. „Produkte von der Stange gibt es in diesem Bereich kaum, deshalb müssen Bahnen von circa 1,50 Meter Breite millimetergenau auf Gesamtbreiten von bis zu 25 Metern vernäht werden“, sagt Glöckner. Was das bedeutet wird klar, wenn man einen Blick auf die ausgelieferten Endprodukte wirft: „Unsere Feuer- und Rauchschürzen müssen sich den architektonischen Vorgaben anpassen. Sie kommen unter anderem in Industriehallen, Flughäfen, Galerien, U-Bahnhöfen, Einkaufszentren oder Tiefgaragen zum Einsatz. Wir bieten Systemhöhen bis zu 20 Metern – etwa für Fassaden an Hochhäusern – an sowie Systembreiten bis zu 25 Metern. Die Feuerschutzvorhänge sind bei diesen Abmessungen auch geeignet um hohe Fassaden und breite Wandöffnungen zu verschließen, was eine sehr offene Raumgestaltung zulässt. Dies schätzen vor allem die Architekten und Planer sehr“, so Glöckner. Das Schließen der Schürzen kann vertikal oder horizontal erfolgen. Selbst denkmalgeschätzte Gebäude können damit ausgestattet werden.

Präzise vernäht

„Eine große Herausforderung ist das präzise Vernähen der Textilbahnen. Wir haben hierfür vor vier Jahren eigens eine Anlage konstruiert und gebaut, die unsere hohen Anforderungen erfüllt“, erinnert sich der Geschäftsführer, der für die Produktentwicklung und Qualitätssicherung zuständig ist. Eine wichtige Rolle kommt hier der Fördertechnik zu, denn die Bänder müssen die Textilbahnen punktgenau zu den Nähmaschinen transportieren. Diese müssen exakt in der gewünschten Ausrichtung ankommen und dürfen nicht verrutschen. Deshalb spielt neben der Taktung auch die Bandbeschichtung eine wichtige Rolle. KGG hat sich für Habasit entschieden, da der Marktführer gleichzeitig der einzige Bandanbieter ist, der ein volles Sortiment an Gewebe- und Kunststoffmodulbändern herstellt und anbietet.

Passgenaue Lösung

Für einen spezifischen Prozessschritt wie bei den Textilbahnen spielt zudem die Bandoberfläche eine Schlüsselrolle. „Wir haben damals viele Gespräche mit Technikern von Habasit geführt, um zu einer Lösung zu kommen. Es hat sich gezeigt, dass die HabasitLINK® Modulbänder des Typs M2520 mit ihrer speziellen Beschichtung für unsere Anforderungen besser geeignet sind als Gewebebänder.“ Die HabasitLINK® Bänder bestehen aus einem Verbund einzelner, hochpräzise spritzgegossener Kunststoffmodule, die über seitliche Stäbe miteinander verbunden sind. Die robuste Ausführung ist für einen effizienten Transport und eine einfache Reinigung optimiert. Die Kunststoff-Modulbänder machen durch den formschlüssigen Eingriff von Zahnrädern und Band den Einsatz von Spannsystemen überflüssig und sorgen so für eine dauerhaft korrekte Bandführung.

Bei der Kombination und Steuerung der Bänder rieten die Techniker zu einer individuellen Konfiguration: Um auf eine Transportbreite von 2.750 Millimeter zu kommen wurden die Bandbreiten 1.350, 900 und 500 Millimeter kombiniert und im Antrieb durch eine Welle synchronisiert. Dadurch entstand eine sehr große Transport und Verarbeitungsfläche. Auch alle notwendigen Zubehörteile wie Zahnräder, Mitnehmer oder Führungsschienen stammen von Habasit und sind speziell auf die Modulbänder abgestimmt.

Nach rund vier Jahren im Dauereinsatz zieht Geschäftsführer Glöckner eine positive Bilanz: „Wir haben für die Modulbänder zwar mehr investiert als für günstigere Gewebebänder, aber das hat sich gelohnt. Die HabasitLINK® Bänder laufen seit Inbetriebnahme ohne Ausfall und Wartung. Wir transportieren darauf rund 50.000 Meter Textilbahnen pro Jahr und sind mit dem punktgenauen Transport sehr zufrieden. Eine weitere Fertigungsanlage mit Habasit Bändern ist derzeit in der Planung.“

In den Produktionshallen werden großflächige Bahnen vernäht, die mit HabasitLINK® Modulbändern des Typs M2520 punktgenau gefördert werden.

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